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Aufgabe
Zur Sicherstellung einer effizienten, emissionsarmen Stromerzeugung in kürzester Projektlaufzeit ließ die ElectroGas Malta Ltd eine bestehende LNG-Tankerstruktur zur Floating Storage Unit (FSU) umrüsten. Ziel war die Installation eines kompakten Dual-Fuel-Kesselsystems, das über eine permanente LNG-Versorgung die Regasifizierung an Land ermöglicht – als Teil einer nachhaltigen Energieversorgung für über 400.000 Menschen.
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Lösung
SAACKE Kessel FMB-VD inklusive Brenner DDZ‐G und weiterer individuell zugeschnittener Komponenten aus einer Hand unter gemeinschaftlicher Umsetzung mehrerer internationaler Unternehmensstandorte binnen neun Monaten.
Bis zum Spätsommer 2016 wurde die Elektrizität für die über 400.000 Einwohner Maltas noch durch ölgefeuerte Kraftwerke erzeugt. Mit dem Ziel einer emissionsärmeren und effizienteren Stromgewinnung beauftragte die ElectroGas Malta Ltd den in Malaysia ansässigen international tätigen Offshoreenergie- und Servicedienstleister Bumi Armada Berhad mit dem Umbau eines LNG-Tankers zur Floating Storage Unit (FSU). Heute dient die „Armada LNG Mediterrana” mit einem Volumen von 125.000 m3 als Lagerstätte für Flüssiggas und liefert permanent LNG zur landseitigen Regasifizierungs-Anlage Delimara. Im Rahmen dieses Großprojekts orderte Bumi Armada zwei SAACKE DType Kessel FMB-VD mit einer Kapazität von jeweils 20 Tonnen überhitztem Dampf pro Stunde. Durch die Low-NOX-Auslegung garantieren sie niedrigste Emissionswerte von 100 mg/m3 im Gas- und 450 mg/m3 im Ölbetrieb, womit die strengen gesetzlichen Vorgaben für den Betrieb am Versorgungspier sicher eingehalten werden können.
Platzsparende Lösung in kürzester Zeit
Eine weitere Herausforderung lag in den zeitlichen und räumlichen Vorgaben des Projekts: Zwischen Vertragsunterzeichnung und Inbetriebnahme standen nur neun Monate für die gesamte Umsetzung zur Verfügung, für die Implementierung im Trockendock lediglich ein Slot von zwei Wochen. Zudem erforderte der enge Einbauschacht einen kompakten Kessel, weshalb SAACKE die Komponenten individuell auf die Maße des Schiffsmaschinenraums angepasst hat.
Technische Daten
| Anlagenkapazität: | 20t/h bei 20 bar und 260°C |
| Dampfkühlung: | 10 t/h und 18 t/h |
| Brennerleistung: | 16,4 MW Heizgas, 16,2 MW MDO / MGO |
| Low‐NOX-Emissionen: | 100 mg/m3 im Gasbetrieb, 450 mg/m3 im Ölbetrieb |
| Gas Valve Units: | Konform mit IGC Code, Ex-Schutz der Zone 1 nach ATEX 2014/34/EU, maximaler Eingangsdruck von 0,5 bar |
Die SAACKE Lösung im Detail
Neben den beiden Low‐NOx-Kesseln mit Überhitzern und Abgasrezirkulation, zählten vier Dampfkühler, eine Speisewasserpumpengruppe und zwei DDZ‐G Brenner zum Leistungsumfang. Darüber hinaus lieferte SAACKE auch alle weiteren Bestandteile einer kompletten Dual-Fuel-Feuerung aus einer Hand – von Gebläsen über Gas Valve Units (GVU) bis zur Ölarmatur und Kesselsteuerungsschränken. Eine entscheidende Rolle spielte hierbei die gute Vernetzung und eingespielte Zusammenarbeit der internationalen SAACKE Standorte: Während das Representation Office in Singapur den engen Kundenkontakt nach Malaysia pflegte, wurden die beiden Kessel in Kiel konstruiert und im chinesischen Qingdao produziert, während die Dampfkühler in Kroatien hergestellt wurden. Die Brenner fertigten die Experten am Hauptsitz im norddeutschen Bremen, wo auch die Projektkoordination angesiedelt war.
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Vorteile
- Individuell auf Kunden zugeschnittenes System inklusive aller Komponenten aus einer Hand
- Low-NOx-Technologie „Made in Germany“ garantiert die Einhaltung strengster Emissionswerte im Gas- und Ölbetrieb
- Kompakte und passgenaue Kessellösung für begrenzte Schiffsinfrastruktur
- Größtmöglicher Explosionsschutz durch Gas Valve Units
- Internationale Projektrealisierung in kürzester Zeitspanne
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Fazit
Ein anspruchsvoller Zeitpfad, die Unterschreitung strenger Emissionsvorschriften und die Einhaltung kompakter Abmessungen – all diese Herausforderungen konnte SAACKE im Rahmen des FSU-Vorhabens meistern. Auch deshalb erachtet ElectroGas Malta die Realisierung mit Stolz als Meilenstein der hiesigen Energieversorgung. Die Emissionen konnten um 50 % und die Feinstaubbildung um 93 % reduziert werden, während die Effizienz sich um die Hälfte steigerte. Das Unternehmen wurde mit dem Preis zum Best European Energy Project 2015 ausgezeichnet.